22 November 2009
Sie, Sie, Sie
Die letzten Tage hatte er wenig gesprochen. Er quälte sich mit dem Wahnsinn, welchen seine Entscheidungen in ihm erzeugt hatten. Er liebte dieses Mädchen, aber die Liebe war für ihn immer eine Qual gewesen. Ein Wahnsinn. Die letzten male in denen er sich verliebt hatte, an einem gewissen Punkt konnte er es nicht mehr aushalten und hatte sich wie ein Wahnsinniger in ihre Richtung geworfen. Er hatte ihr seine Liebe gestanden und einige male war er zurückgewiesen geworden, andere male, durch seinen Impetus derartig erstaunt, hatte Sie ihn geküsst. Aber der Wahnsinn hörte dort nicht auf. Wenn er mal mit ihr zusammen war, konnte er sprichwörtlich an nichts anderes mehr denken als an Sie, jede Minute des Tages war nur Sie, aber dies vermischte sich mit der Angst Sie zu verlieren, mit einer schrecklichen Eifersucht, und deswegen war es eine unendliche Folter, nicht das sanfte aufatmen wegen der sanften Bewegung ihrer Wimpern wenn Sie ihre Augen öffnete während Sie in seinen Armen lag. Er war nicht mehr fähig rational zu denken oder ein entspanntes Leben zu führen. Er war in einer Hölle. Und als Folge daraus endeten seine Liebschaften früh, und danach folgte eine schrecklich Depression mit Selbsterniedrigung und Verlust des Lachens. Dann kamen mehrere weitere Monaten in denen er nach und nach wieder zu sich kam, er war dann wieder sympathisch, lustig und brillant und eine weitere Sie erschien wieder auf der Spielfläche. Und das Karussell fing wieder von vorne an. Er war sich erst dieses Mal wieder bewusst geworden, dass es in Wirklichkeit immer derselbe Prozess war den er wieder und wieder durchlief. Er verstand auch, dass für ihn, für die Struktur seiner Psyche das Erleben einer gesunden Beziehung mit einer Frau seine Quintessenz war. Er verstand, dass er sich nicht viel mehr vom Leben wünschen brauchte. Dann konnte er eins sein und sich wirklich mit dem eigenen Genius dem Anderen widmen. Er wusste aber nicht, wie er sich verhalten sollte. Diese Sie war einfach wundervoll, in so vielen Dingen integrierten und vervollständigten sie sich, aber in ihm war immer derselbe Wahnsinnssamen vorhanden, der nur darauf wartete bis sich ihm wieder eine Frau näherte und das selbe Programm lief nochmal von vorne ab. Er wusste nicht was tun, er konnte nicht auf demselben Komplexitätsniveau der alltäglichen Handlungen bleiben. Er musste eine Raum finden um seinen Wahnsinn zu integrieren, er musste einen integrativen Bewusstseinszustand erreichen, die Trance, die Meditation, den heiligen Wahnsinn wo Gräuel und Schönheit vereint werden können und die Freiheit gefunden werden kann.
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