18 Oktober 2009
Ätzende Urbrühe
Und der Zug fährt durch die Nacht, Metall das Metall schneidet, ich - du - Mann - Frau, Wesen multiplizierter Sexualität durch den Cyberspace des Lebens im 3. Millennium, Fernseher und ihre leuchtenden Botschaften mischen sich mit den kybernetischen Schaltkreisen unseres Gehirns. Ein schwarzes, schweres Gerät, welches unseren Schädel durchbohrt um Zugang zu unserer Intimität zu erhalten, der Geruch von Plastik und verbranntem Fleisch verströmen im Äther, zwei verschiedenen Körperlichkeiten, die sich in der Absurdität des 3. Millenniums verflüssigen, während die elektronischen Bestandteile eines lebendig gewordenen Fernsehers immer tiefer eindringen, um mit den archaisten Teilen unseres Gehirns in Berührung zu kommen. Dieses neue androgyne Wesen schreit mit schwacher Stimme, welche an das Jammern von Salamandern erinnert, die von einem bösartigen Kind zertreten wurden, Blut und die ätzende Flüssigkeit der Kondensatoren tropft diesem Gesicht entlang, welches nicht mehr menschlich scheint, es durchmengt und durchmischt sich, um eine neue vitale Lymphe zu erschaffen, Spucke des Menschen, von seiner eigenen Errungenschaft übermannt, und so entstehen neue kontrollierte organische Wesen, welche glauben frei zu sein, aber in Wirklichkeit leben, denken, erschaffen und wachsen sie den Programmen folgend, welche sie selbst ausstrahlen, stolz auf ihre eigenen großen Errungenschaften. Von den Sendestationen aus beeinflussen sie wiederum, das was sie darauf folgend senden werden, Rad der ewigen Wiederkehr, Hölle der Neuzeit im technologischen Zeitalter, der Spiegel der sich in einem weiteren Spiegel verliert und so weiter bis in die Unendlichkeit, solange bis nicht jemand diese Kette durchbricht und die Welt mit neuen Augen sieht.
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